Über das res-blog

res-solAutark

Härtetest bestanden

10. Februar 2012
Väterchen Frosts sibirische Kälte hat uns seit 10 Tagen fest im Griff. Selbst für das als besonders kalt bekannte Härtsfeld waren diese Temperaturen rekordverdächtig: -25°C und dies gleich mehrere Nächte hintereinander! Auch tagsüber ist es klirrend kalt. Das Positive: die neue Heizungsanlage hat ihren ersten wirklichen Härtetest bravourös bestanden! Alles läuft klaglos und in den fertigen Zimmern (mit Wärmedämmung und Flächenheizung) ist es angenehm warm. Da wir aber bekanntlich nach und nach umbauen, werden die meisten Räume noch mit den alten Heizkörpern beheizt – und die brauchen viel höhere Temperaturen als die Flächenheizung.  Zwar ist die Temperatur unseres Pufferspeichers höher eingestellt als für die res-KlimaPaneele nötig wäre – aber das reicht bei diesen extremen Außentemperaturen für normale Konvektions-Heizkörper bei weitem nicht und ohne den rund um die Uhr brennenden Kachelofen wäre unser Wohnzimmer derzeit nicht zu gebrauchen…

Personalmangel

31. Januar 2011
Unser Haus war einstmals das Wohn- und Geschäftshaus eines Kalkwerkbesitzers (ihm gehörte noch viel mehr als “nur” ein Kalkwerk!) und ist über 100 Jahre alt. Immer wieder finden sich Relikte aus der “guten alten Zeit” - so auch beim Entfernen der Tapeten in der Küche (siehe auch unten): unter den Tapeten kam die Personalglocke  zum Vorschein. In einigen Zimmern gibt es dafür auch noch Schalter mit der Aufschrift “Klingel”, mit der man offenbar die “Minna” herbeirufen konnte – aus der Küche oder vom 2. Stock, wo die Kämmerchen für die Dienstmädchen waren. Das funktioniert natürlich alles nicht mehr – und heute würde man sowieso vollkommen vergeblich läuten…  Stellengesuche hierzu sind ebenfalls völlig vergeblich ;-)

Historische und weniger historische Funde

11. Januar 2011
Beim Abriss der Holzdecke in unserer Küche gab es – wie immer in einem alten Haus – interessante Entdeckungen: originale, über 100 Jahre alte elektrische Leitungen, im Bleirohr verlegt, da die Drähte mit Gewebe ummantelt waren… Außerdem “Deckenfresken”, durch die irgendwelche früheren Hausbewohner versuchten, mit hellblauem “Himmel”, weißen Wolken und ungelenken gelben Strichen, die Sonnenstrahlen darstellen sollten, ebendiese in die Küche zu holen – was wir jetzt (professionell!) direkt umsetzen: Mit den res-KlimaPaneelen, die auch in der Küche an die Decke kommen, wird (wie von der Sonne auch) Wärme per Strahlung (Infrarot) direkt auf den Körper übertragen: ein angenehmes Gefühl von Wärme stellt sich ein.

Die Küche im verpackten Zustand (Christo lässt grüßen). Später unter den Paneelen verborgen:  Heizungs-Zuleitungen für die restlichen Räume im Stockwerk sowie Kabel für die Thermostate, außerdem der Abluftkanal der Dunstabzugshaube.

 

Wer sucht, der findet

6. Januar 2012
Ein gutes neues Jahr!
Wir sind mit einem weiteren Umzug innerhalb des Hauses ins neue Jahr gestartet. Die Küche bekommt ihre Deckenheizung und ist deshalb ein paar Wochen außer Betrieb. Glücklicherweise besitzen wir eine “Ausweichküche”, die wir aber selbst nie wirklich benutzt haben – nur während Seminaren. Das ist spannend, denn dort befindet sich ein Herd mit jeder Menge technischer Finessen, von denen ich keine Ahnung habe. Er war seinerzeit ein Spitzenmodell – vor 30 Jahren (wir haben ihn vor 20 Jahren gebraucht erstanden). Nachdem die Küche in den vergangenen 15 Monaten als Abstellraum diente, musste sie zuerst ausgeräumt und dann gründlich geputzt und neu gewachst werden. Dann sortierten wir alles, von dem wir glauben, es in den nächsten Wochen zu brauchen, irgendwo ein. Der Rest vom Kühcheninventar (was sich da alles ansammelt …) steht jetzt in große Schachteln verpackt im Esszimmer, das aktuell eine der Abstellkammern ist.
Und jetzt wird wieder munter treppauf und treppab gesucht: “Wo sind denn jetzt die Spaghetti?” Aber Hauptsache man weiß, wo Kaffeemaschine und Kaffee stehen!

Hier strahlt die (provisorische) Küche in neuem Glanz. Das Radio musste samt Kochbüchern in den Flur ausweichen.

Der Zeit voraus

16. Dezember 2011
Nein, es geht hier nicht darum, unser Heizsystem res-solAutark ‘mal wieder als “der Zeit voraus” darzustellen – obwohl das natürlich schon so ist, wenn man ohne CO2-Emissionen heizt. Oder vielmehr ist es ja so, dass es eigentlich an der Zeit wäre, endlich überhaupt ‘mal damit zu beginnen, massiv CO2 einszusparen (nach dem Motto “Rettet das Klima – res-solAutark für alle!”) und das “Karbonzeitalter” hinter uns zu lassen. Also sind wir mit unserer res-solAutark eher “in der Zeit” als “der Zeit voraus” – während die anderen in der Vergangenheit hängen bleiben… Aber jetzt habe ich mich doch in Gedanken- und Wortspielereien verloren. Also nochmal von vorn: “Der Zeit voraus” – es soll hier um die Statistik gehen – ‘mal wieder…
Wenn man auf seinem Dach eine PV-Anlage installiert, dann wird vorher ausgerechnet, was diese Anlage wohl an Stromertrag bringen wird. Art der PV-Module, Anzahl, Dachneigung, Sonneneinstrahlung usw. werden berücksichtigt und am Ende kommt irgendeine Zahl ‘raus: so viel Strom wird diese Anlage im Jahr produzieren. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Denn da spielt auch noch das Wetter eine klitzekleine Rolle. Oder eine große… Dass unser Haus für eine PV-Anlage nur – um es vorsichtig auszudrücken – suboptimal geeignet ist, darauf habe ich schon mehrfach hingewiesen. Trotzdem waren wir mit dem, was uns Herr Schirrle von res an Stromertrag “prophezeit” hat, zufrieden. In unserem ersten “Stromerzeugungsjahr” konnten wir allerdings wegen ungünstiger Wetterverhältnisse das Soll nicht ganz erreichen – aber in diesem Jahr sind wir der Zeit voraus! Dieses zweite Jahr ist noch nicht zur Hälfte vorbei, aber wir liegen schon bei über 50 % der Soll-Jahresproduktion (und das trotz vernebeltem November!) – so weit waren wir im vergangenen Stromjahr erst Anfang März! So kann es gerne weitergehen.
Nur der Prophet, der Recht behält, gilt auch im eigenen Lande.

 

Wir wollen es genau wissen: Vergleichsmessungen

30. November 2011
Das Thema Gebäudedämmung ist wieder einmal in der Kritik und dies sicher teilweise zu Recht (siehe Eintrag unten). Wir wollten jetzt einmal genau wissen, wie sich unsere Innendämmung auswirkt. Dafür hat uns res ein elektronisches Thermometer zur Verfügung gestellt, um punktgenau die Oberflächentemperatur der Wände zu messen.
Verglichen haben wir mein Arbeitszimmer mit dem darüber liegenden Wohnzimmer. Beide Räume sind gleich groß, haben dieselben Fenster (Größe und Bauart) und liegen genau übereinander, d. h. besitzen dieselbe Ausrichtung (Süd-Ost).

Arbeitszimmer
Lage: Erdgeschoss, über nicht beheiztem Keller
Dämmung: innen, 8 cm Multipor Mineraldämmplatten
Heizung: res-KlimaPaneele (Wand unter den Fenstern und Decke), Vorlauftemperatur ca. 35°C

Wohnzimmer
Lage: 1. Stock, über beheiztem Arbeitszimmer
Dämmung: keine (aber bald!)
Heizung: 1 konventionelle Heizkörper (Vorlauftemperatur: ca. 44 °C ), Kachelofen
Außentemperatur: 0,8°C, Nebel, Raumtemperatur in beiden Zimmern knapp über 21°C
Die Messwerte wurden in beiden Zimmern an 7 Stellen ermittelt, eine davon an einer Innenwand, jeweils in 1,5 Metern Höhe und ein Wert auf der Fußbodenmitte

  Arbeitszimmer Wohnzimmer
Außenwände 20,3°C bis 20,5°C 16,2°C bis 17,6°C
Innenwand 21,7°C 20,9°C
Bodentemperatur 20,6°C 20,0°C

Die Dämmung wirkt sich also sehr positiv aus! Wenn man bedenkt, dass die Lufttemperatur in den Zimmern gleich ist, die res-KlimaPaneele mit deutlich niedriger Vorlauftemperatur = weniger Energie auskommen und die Wände dennoch wärmer sind als im ungedämmten Zimmer, spricht das für sich. Zwei Messpunkte belegen aber auch deutlich, dass die Strahlungswärme der KlimaPaneele einen nicht unbeträchtlichen Teil zu dem Ergebnis beiträgt: der Wert an der Innenwand liegt im Wohnzimmer (20,9°C) direkt neben dem gut geschürten Kachelofen – dennoch ist die Wand im Arbeitszimmer wärmer (21,7°C). Auch der Fußbodenmesswert ist im Arbeitszimmer mit 20,6°C um 0,6°C höher als im Wohnzimmer. Obwohl unter dem Wohnzimmer die “Heizdecke” (Deckenaufbau: KlimaPaneele, alte Putzdecke, Balkendecke mit Holzzwischenboden und Hartholz-Fußboden) meines Arbeitszimmers liegt – unter letzterem aber der ungeheizte Keller (Deckenaufbau: Betondecke mit Hartholzfußboden). Auch hier wirkt sich die Wärmestrahlung der res-Klimapaneele deutlich aus: keine kalten Füße – aber auch nicht zu warm wie bei manchen Fußbodenheizungen.

Dämmung: ökologisch sinnvoll oder eher das Gegenteil?

28. November 2011
Vor einigen Tagen bin ich beim zappen durch die Fernsehprogramme bei der ARD-Sendung PlusMinus, 23.11.2011, hängen geblieben, als der Moderator einen Beitrag über Bauschäden durch Wärmedämmung ankündigte.
Da schreckt man natürlich sofort auf, wenn man gerade dabei ist, das Eigenheim aufwändig energetisch zu sanieren! Was im Beitrag gezeigt wurde, ist in der Tat mehr als bedenklich:
Fassaden, grün vor Algen, die nicht nur hässlich aussehen, sondern auf Dauer den Putz angreifen. Wie kommt’s? Durch die Dämmung ist der Putz so kühl, dass sich Feuchtigkeit absetzt, daran Staub und Bakterien… Dem wird inzwischen durch Herbizide in Putz und Farbe entgegengewirkt. Diese sind wasserlöslich und gelangen mit Regenwasser in die Umwelt! Der am häufigsten eingesetzte Dämmstoff sind dicke Styropor-Platten, die, so der Beitrag, nicht ewig haltbar sind und dann, weil im Verbund mit Kleber und Putz, als Sondermüll entsorgt werden müssen. Das werden gigantische Mengen und bisher gibt es keine Idee wohin damit! Öko ist das alles nicht, das sehen wir auch so – zumal Styropor ein Erdölprodukt ist (statt im Heizkessel dann eben an der Wand?).
Link zur Sendung: http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,0u9rr5zt0cqtjic3~cm.asp
Es gibt Alternativen: Eine wäre, ein Haus gar nicht zu dämmen und Energie von Sonne und Erde zu nutzen. Die ist kostenlos und, nach menschlichen Dimensionen, auch unbegrenzt vorhanden (zumindest Sonnenenergie). Das ist mit der Anlage, die wir gerade installieren (res-solAutark), ohne weiteres machbar, wenn sie entsprechend ausgelegt werden kann. Damit stünde soviel Energie, eben kostenlos und ohne CO2- und andere Emissionen, zur Verfügung, dass das Haus auch ohne Dämmung warm wird und nicht kalt geduscht werden muss. Das ist bei uns leider nicht möglich, da unser Haus groß ist und die Fläche, die für die wassergekühlten PV-Module zur Verfügung steht, im Verhältnis dazu zu klein ist (siehe unter “Das Kalkwerk-Projekt” und Einträge im Juli 2010).
Deshalb haben wir uns entschlossen zu dämmen. Aber das geht inzwischen eben auch “öko” und mit baubiologisch empfehlenswerten Materialien; die sich – wenn das überhaupt nötig werden sollte – alle problemlos recyclen oder im Kachelofen verheizen ließen: Innen befinden sich Dämmplatten aus 95% Luft, dazwischen Kalk, Sand und Zement, die ohne Dampfsperre auskommen. Außen, an der hinteren Fassade des Hauses, sind es Holz und Holzfasern. Eine dampfdurchlässige PU-Folie ist nur an den Rändern und Fenstern verklebt und lässt sich ebenfalls vollständig recyclen. Mehr Infos weiter unten im Blog (außen: ab August 2010 und innen: Winter 2010/11).

Schiefe Ebene

27. November 2011
In unserem Badezimmer im 2. Stock sind inzwischen die res-KlimaPaneele an der Decke montiert und angeschlossen. Es fühlt sich wunderbar an, sanft von oben mit Wärme angestrahlt zu werden (vergleichbar einer Infrarot-Kabine – nur natürlich nicht so warm). Aber leider, leider können wir dieses Gefühl bisher nur in Arbeitsklamotten genießen. Bis zur Fertigstellung liegt noch ein Stück Arbeit vor uns: auch hier haben wir die Gelegenheit (wenn das Badezimmer sowieso gerade Baustelle ist …) genutzt und Duschwanne samt Fliesen dahinter herausgerissen – und so sieht es jetzt leider noch ziemlich wüst aus (im linken Bild links unten) … ob wir das in diesem Jahr noch schaffen?

Fotos: Die Installation war eine echte Herausforderung für das Team von res: 10 Leitungen, sowie die Anschlussleitungen für die KlimaPaneele mussten unter der Konstruktion installiert werden. Da die Decke schief ist und nur wenig Platz über dem Fenster vorhanden war, blieben auf den anderen Seite nur wenige cm für all die Rohre.

Herbstdepression

8. November 2011
Gerade komme ich aus unserer nächsten größeren Nachbarstadt (Aalen) zurück. Sie liegt unten, direkt am Aufstieg zur Schwäbischen Alb. Dort herrschte strahlendes Herbstwetter: mild (viel zu mild für November). Sonnig. Leuchtend schön. Wie die letzten 10 Tage fast überall in Deutschland.
Aber eben nur fast überall. Und eben nicht bei uns. Unser Tal hat sich mit dem Donautal solidarisiert und lag in tiefem Nebel. Nur am vergangenen Wochenende war uns vergönnt zu erleben, was wir die ganze Woche im Wetterbericht hören mussten. Das ist jetzt natürlich doppelt ärgerlich. Weil Bekannte mit PV-Anlagen auch noch begeistert berichten, wie viel Strom sie bei dieser Jahreszeit produziert haben…

Blindtest

18. Oktober 2011
Als vor einigen Wochen das Herzstück unseres neuen Systems (Energiemanager und Steuerung inkl. Erdwärmeanlage) eingebaut wurde, mussten diverse Leitungen anders gelegt werden. Dabei gelangte zwangsläufig etwas Luft in die Heizungsröhren. Sie mussten gespült werden d.h. die Heizung war außer Betrieb und natürlich war es gerade an dem Tag kalt. In meinem Büro lief der Heizlüfter auf vollen Touren und verbreitete die bekannte unangenehme warme und trockene Luft. Als ich ins Zimmer kam, fühlte sich das zunächst warm an, aber wenn ich eine Weile am Rechner saß, begann ich trotz dicker Jacke richtig zu frösteln.
Nach einiger Zeit kam Herr Schirrle von res in mein Büro und fragte mich “… und – wie ist es jetzt?” Ich sah ihn verständnislos an. Dann bemerkte ich, dass der Heizlüfter sich abgeschaltet hatte und dass ich nicht mehr fror. Die Deckenheizung lief wieder:  die Luft im Zimmer fühlte sich kühler an als mit dem Heizlüfter aber ich hatte, da die Wärmestrahlung direkt am Körper wirkt, ganz unbemerkt aufgehört zu frösteln!  Eine sehr überzeugende Erfahrung  – ein echter Blindtest!